Gründungs-Anleitung · 10 Min Lesezeit
Anbauverein gründen — Schritt für Schritt nach KCanG
Wer eine Anbauvereinigung in Deutschland gründet, geht zwei Wege parallel: Vereinsgründung und KCanG-Genehmigung. Hier ist die strukturierte Übersicht für Gründungs-Vorstände — von der Rechtsform bis zur Anbau-Compliance.
15. September 202410 Min LesezeitAktualisiert 13. Mai 2026
7
Gründungsmitglieder
Mindestanzahl für e.V.
3–9 Mo
Behördenverfahren
je nach Bundesland
≈ 40–170k €
Anlaufkosten
Gründung + Anbau + Beratung
500
Mitglieder max.
gesetzliche Obergrenze
1. Rechtsform wählen
Das KCanG kennt zwei zulässige Rechtsformen:
- Eingetragener Verein (e.V.) — die häufigste Form, ideale Vereinsgröße ab 7 Gründungsmitgliedern.
- Eingetragene Genossenschaft (eG) — komplexer, aber formal stärker durch die verpflichtende genossenschaftliche Prüfung.
2. Vereinsgründung
- Mindestens 7 Gründungsmitglieder (Personalausweis, Wohnsitz Deutschland)
- Satzung schreiben (Vereinszweck: gemeinschaftlicher Eigenanbau)
- Gründungsversammlung mit Vorstandswahl
- Notarielle Beglaubigung der Anmeldung
- Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht
3. KCanG-Genehmigung beantragen
Antrag bei der jeweils zuständigen Landesbehörde. Die Zuständigkeit ist bundeslandspezifisch — teils Gesundheitsministerium, teils Regierungspräsidium, teils eine eigens benannte Cannabis-Behörde.
Zu beachten:
- Anbau-Standort: Adresse muss benannt sein, 100 m Mindestabstand zu Schulen, Kitas, Spielplätzen, Sportstätten.
- Sicherheitskonzept: Zutritts- und Diebstahlschutz dokumentiert.
- Qualitätssicherung: THC/CBD-Gehalt-Analytik der Bezugsmengen.
- Suchtprävention: Beratungs- und Aufklärungsbeauftragte:r benennen.
- Mitgliederkonzept: 6-Monats-Pflicht-Mitgliedschaft vor erster Bezugsmenge, dokumentierte Mengenkontrolle.
4. Anbau-Compliance
- Maximal 500 Mitglieder, maximal 50 g pro Mitglied und Monat
- Anbauort nicht öffentlich sichtbar (kein Schild, keine Werbung)
- Dokumentationspflicht der Erntemengen
- Jährliche Berichtspflicht an die Behörde
5. Kosten (Pi mal Daumen)
- Vereinsgründung + Notar + Register: ~300–800 €
- Anbaufläche (Miete + Ausstattung): stark variabel, 30k–150k € pro Jahr
- Beratung (Anwältin, Steuerberater): einmalig ~5–15k €
- Sicherheits- und Qualitätskonzept: ~3–10k €
- Behördengebühr für den Antrag: je nach Bundesland 1–5k €
6. Häufige Stolpersteine
- Standort-Suche scheitert oft an Vermietern oder Kommunen — früh klären.
- Behördenbearbeitung dauert meist 3–9 Monate — Puffer einplanen.
- Vereinsregister-Eintrag und KCanG-Antrag laufen parallel — nicht warten.
- Versicherung schließt Cannabis-Anbau oft aus — Spezial-Versicherer suchen.
Wenn du dein Profil im Verzeichnis anlegen willst
Du kannst dich bereits jetzt eintragen lassen, auch wenn du noch im Genehmigungsverfahren bist. Gib dazu dein Aktenzeichen an, wir prüfen es und schalten dein Profil frei.
Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenfassung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
