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Recht · Stand 14.05.2026

Cannabis und Fahrerlaubnis — THC-Grenzwert, Bußgelder, MPU-Risiko

Seit 22. August 2024 gilt 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Was das praktisch bedeutet — und wie lange THC nachweisbar ist.

von Anbauverein-Verzeichnis Redaktion
13. Mai 20267 Min LesezeitAktualisiert 14. Mai 2026
Cannabis und Fahrerlaubnis — THC-Grenzwert, Bußgelder, MPU-Risiko

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel fasst die Rechtslage nach öffentlich zugänglichen Quellen zusammen (Stand: 13.05.2026). Er ersetzt keine Rechtsberatung.

Cannabis und Straßenverkehr sind seit dem KCanG neu geregelt. Der seit Jahren diskutierte Grenzwert wurde am 22. August 2024 festgelegt: 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum. Hier alle Folgen — von Bußgeldern bis MPU.

Der THC-Grenzwert: 3,5 ng/ml#

Per §44 Fahrerlaubnis-Verordnung gilt seit dem 22. August 2024: wer mit mehr als 3,5 ng/ml THC im Blutserum am Steuer erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach §24a Straßenverkehrsgesetz. Vorher gab es einen sehr niedrigen "analytischen Grenzwert" von 1 ng/ml — der ist abgelöst.

Was bedeutet 3,5 ng/ml in der Praxis?#

Das Bundesamt für Straßenwesen orientiert sich bei der Grenzwert-Festlegung an wissenschaftlichen Studien zur Fahrtauglichkeit. 3,5 ng/ml entspricht etwa dem Bereich, ab dem eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit nachweisbar ist.

Wie lange du nach einem Konsum über 3,5 ng/ml liegst, hängt von vielen Faktoren ab:

  • Konsumform: Rauchen / Verdampfen wirkt schneller, ist aber auch schneller abgebaut. Essbares (Edibles) wirken länger.
  • Menge und THC-Gehalt: je höher, desto länger nachweisbar.
  • Häufigkeit: Gelegenheitskonsumenten bauen schneller ab als regelmäßige Konsumierende.
  • Stoffwechsel: individuell variabel.

Als grobe Orientierung — kein verbindlicher Wert — können Gelegenheitskonsumenten nach 8–12 Stunden wieder unter 3,5 ng/ml liegen, regelmäßige Konsumierende deutlich länger.

Bußgeld und Punkte#

Bei Überschreitung des Grenzwerts:

  • Erstverstoß: 500 € Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg, 1 Monat Fahrverbot.
  • Zweitverstoß: 1.000 € Bußgeld, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot.
  • Drittverstoß: 1.500 € Bußgeld, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot.

Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum greift die Null-Promille-Regel: schon ab geringen Alkoholmengen verschärft sich die Sanktion deutlich.

MPU-Risiko#

Wenn die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an deiner Fahreignung hat, kann sie eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) anordnen. Bei einem einzelnen Verstoß über dem THC-Grenzwert wird das selten direkt angeordnet — bei mehreren oder bei sehr hohen Werten aber durchaus.

Eine MPU ist aufwendig und teuer (typisch 600–800 €) und dauert mehrere Monate Vorbereitung. Eine ausführliche Behandlung findest du in MPU nach Cannabis.

Cannabis auf Rezept und Straßenverkehr#

Wer ein gültiges ärztliches Rezept für medizinisches Cannabis hat, ist nicht automatisch von den Straßenverkehrsregeln ausgenommen. Maßgeblich bleibt die Fahrtauglichkeit. Die Rechtsprechung zu medizinischem Cannabis und Straßenverkehr ist im Wandel — bei medizinischer Indikation und korrekter Einnahme kann eine Fahrtauglichkeit gegeben sein, der Grenzwert von 3,5 ng/ml gilt aber grundsätzlich.

Was tun, wenn die Polizei kontrolliert?#

Bei einer Verkehrskontrolle hast du das Recht auf Aussageverweigerung. Du musst Personalien angeben, aber nicht über Konsum sprechen. Eine Speichelprobe ist Pflicht, wenn ein Anfangsverdacht besteht; bei positivem Ergebnis folgt die Blutprobe. Bei rechtlichen Fragen: Anwaltskanzlei kontaktieren.

Quellen#

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Quellen-Stand: 14.05.2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenfassung und ersetzt keine Rechtsberatung.